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"Steindrey"


Cover-Entwurf: Matthias Jackisch



Die Skulpturen aus Stein wurden geschaffen von Matthias Jackisch.

Es spielen: Carla Schwiegk, Matthias Jackisch und Henrik Weiland

© steindrey/born-music/zielophon 2005


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Basalt ist die zu schwarzer und glänzender Philosophie gewordene Gewalt der Vulkane - schönen Gruß aus dem Weltall! Was aber kann, wenn er will, uns der astreine Klang des Basaltes bedeuten? Er geht nicht recht durch und durch, wie etwa einst die liebliche, mehr noch unheimliche, Glasharmonika, an der sich selbst Mozart und Beethoven versuchten. Es ist, als habe diese gigantische, leblose Gewalt aus dem All zugleich wohl auch eine sehr sanfte Botschaft. Uncool, nicht wahr? Ich will aber darauf bestehen! Auf Steinen wurde schon immer gepfiffen. Es gab sogenannte "Saßnitzer Blumentöpfe" am Strand unserer Herkunft, von Wasser und Wind geformte Feuer- und Klingsteine, die sangen das Ihre, wenn nur der Dirigent Wind-und-Wetter eingetroffen war.



Im herrlichen LPG-Stall a. D. zu Golberode über Dresden bemühten sich die Spieler von steindrey sehr sichtlich, hinter ihren Instrumenten zu verschwinden. Es ging seltsam zu Herzen, wie Henrik mucksmäuschenschnell über sein steinernes Instrument glitt, beide Hände quasi in Museumslatschen, in denen er über das Parkett des ja vielleicht auch ganz und gar Un-Menschlichen glitt. Carla fiel überhaupt nicht auf, in der Art, dass, wenn sie gegangen, alles vielleicht lose auseinandergeflattert wäre. Matthias hat die Skulpturen gemacht, pardon, die Instrumente, er ist nämlich Bildhauer. Die Bilder, die er haut, reichen aus der Vorzeit bis in eine Zukunft, die es, gäbe es erfolgreiche Bildhauer des Möglichen, auch wirklich gäbe. Er ist ein Steinphilosoph, also Hersteller der Steinflöten. Diese aber bringen, einmal in die Gegend des Daseins gehauen und verfeilt, ihre eigenen Gesetzlichkeiten mit sich, unter denen die geringsten die der Willkür ihres Herstellers sein mögen.
"Wal" - eine Basaltflöte, wie sie uns das Sternbild Luftpumpe als ein Elchgeweih senden könnte. Als Skulptur. Aber stumm wie ein Stein. Bis dass sie Matthias ins Wasser hielt und blies.
Wir sahen dies beim letzten Sonnenstrahl durchs Stallfenster und wurden, wir vielen Leute, muckskätzchenstill.
Man sollte die Pottwale fragen, was diese grundartige mächtige fröhliche Melodei denn ausdrücken würde? Der erste Fisch je geht japsend an Land und schon hört er sehnsüchtig das Lied der Heimat. Dieser Stein gilt nur für die uralten Weltmeere, und wir haben sie gesehen und gehört.

Wilhelm Bartsch

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